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100 deutsche Häuser

Premium-Magazin, das die 100 innovativsten und außergewöhnlichsten Häuser aus Deutschland präsentiert.


Bau in Grau

Ein Haus ohne Keller? Denkbar, aber nicht sinnvoll, dachte sich Bauherr René Jankowski, als er das erste Mal vor seinem geerbten Grundstück stand. Auf dem Hinterlandflurstück im Berliner Stadtteil Lichtenrade (Bezirk Tempelhof-Schöneberg) stand ein baufälliger Bungalow aus den 60er-Jahren, der im Grunde nicht mehr zu retten war.

Das alte Haus hatte allerdings ein Detail zu bieten, auf das viele Bauherren heutzutage oft verzichten: Es war voll unterkellert. Diesen Keller wollte Jankowski erhalten, das Haus selbst ließ er abbrechen. Man sah sich allerdings mit einer baurechtlichen Bestimmung konfrontiert, die eine Traufhöhe von vier Metern vorschreibt. Einer Vorgabe, die normalerweise nicht weiter erwähnenswert wäre, die in diesem Fall aber doch eine gewisse Wirkung entfaltete, weil der Keller bereits 1,25 Meter aus dem Gelände herausragte. Zwar ließ sich innerhalb der verbleibenden 2,75 Meter das Erdgeschoss mit großzügiger Raumhöhe planen, die vier Meter bis zur Traufhöhe waren damit aber ausgeschöpft. Platz für einen Kniestock im Obergeschoss war nun nicht mehr vorhanden. Die Dachschräge musste also direkt an der Oberkante des Fußbodens beginnen, was zu relativ schlecht nutzbaren Räumen führte.

Der Architekt Alexander Lusin von „LUSINARCHITEKTUR“, löste das Problem, indem er auf beiden Seiten des 45-Grad-Satteldaches Gauben einplante, die das Geschoss viel besser nutzbar machten und dem Gebäude mit ihrer ungewöhnlichen und eigenwilligen Form außerdem eine skulpturale Form verliehen.

Hinzu kam die Idee, das gesamte Haus in eine einheitliche Hülle zu kleiden. Nach diversen Materialrecherchen und -untersuchungen fiel die Wahl auf einbrennlackierte Aluminium-Paneele des Thüringischen Aluminiumdach-Spezialisten PREFA. Dass die Paneele – die in verschiedenen Farben zu haben sind – für dieses Haus in hellgrau gewählt wurden passt zum Gesamtkonzept, weil es den monolithischen Charakter des Hauses unterstreicht und abrundet.





Zweigsamkeit
Ein Baumhaus ist in jeder Altersklasse eher Refugium statt Wohnstätte, zumal in Kindertagen, wo ein in luftiger Höhe installierter Raum mehr „elternsicheres“ Versteck, Höhle und Schatzkammer ist, als Schlaf- und Wohnraum, oder gar Arbeitsfläche. Im Notfall kann man die Leiter wegziehen und ist sicher vor jedem etwaigen Verfolger.

Wenn Erwachsene sich ihren Traum vom Baumhaus erfüllen und nicht nur roh gehobelte Bretter und übriggebliebene Balken zur Verfügung haben entsteht mehr, als das eingangs beschriebene Versteck. Und: Wird man älter, werden im Normalfall auch die Verfolger seltener, weswegen man sich die Leichtsinnigkeit einer festen Treppe durchaus erlauben kann. Die Bauherren dieses kupfernen Kubus’ erlaubten sich neben jener trittfesten Stiege noch ein paar Kleinigkeiten mehr und ließen nicht nur ein Badezimmer integrieren, sondern auch große Bett- und Sofaflächen, einen Kleiderschrank, eine Minibar und einen Schreibtisch. Auf nur 17 Quadratmetern verwirklichten sie damit die Idee vom voll bewohnbaren Baumhaus endgültig. Zugegeben: Ein richtiges Baumhaus ist der Kupferkubus eigentlich nicht, denn er ruht ausschließlich auf einem Stahltragwerk. Man befindet sich aber immerhin in 5 Metern Höhe über dem Erdboden und wird damit fast eins mit den Baumkronen, die das kleine Objekt umsäumen.

Wem der Abstand zum Boden zu schwindelerregend ist, kann auf die Terrasse ausweichen, die einen Meter niedriger liegt. Sie verkörpert dann auch wieder die Tugenden eines richtigen Baumhauses, denn das Plateau wird von einer Eiche getragen, an der es mit einer Seilkonstruktion und speziellen Gurtschlaufen aufgehängt ist. Die Frisch- und Abwasserversorgung ist ebenfalls professionell integriert, Strom gibt es sowieso. Alle Zu- und Ableitungen sind unsichtbar in eine der Stahlstützen integriert. Das Beste an jenem kupferfarbenen Mini-Domizil allerdings ist die Tatsache, dass er seinen warmen, rötlichen Farbton nie verlieren wird. Denn ein Klarlack bewahrt die Kupfertafeln vor der Oxidation.


 

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